Jeanne Hennes
Jeanne Hennes, 21.06.2021

1. Den Ansprechpartner vergessen

Peinlich wird es, wenn Ihnen der Name Ihres Gesprächspartners entfallen ist und das Empfangsteam sich quer durch das Unternehmen telefonieren muss, um den richtigen Ansprechpartner zu finden. Das lässt sich ganz einfach vermeiden, indem Sie sich die Terminbestätigung vor der Tür noch einmal kurz anschauen.
 

2. Schlecht informiert sein

Mangelndes Wissen über das Unternehmen, deren Produkte und Services sowie die anvisierte Stelle ist besonders tückisch, da im Interview gerne offene Fragen hierzu gestellt werden. Bitte informieren Sie sich vor einem Vorstellungsgespräch sehr gut über das Unternehmen. Auch über den angestrebten Job sollten Sie sich vorher Gedanken gemacht haben – wie wollen Sie sonst die Frage beantworten, was Sie besonders für diese Stelle qualifiziert?
 

3. Den eigenen Lebenslauf nicht kennen

Ihr Interviewpartner spricht Sie plötzlich auf Englisch an und erwartet von Ihnen, Ihren Werdegang in dieser Sprache zu schildern. Spätestens jetzt kommt heraus, dass Ihre „Fließenden Englischkenntnisse“ doch nicht mehr so fließend sind. Diese Situation werden Sie nur schwer erfolgreich meistern.

Deshalb sollten Sie Ihren Lebenslauf genau kennen. Das Praktikum wurde als Berufserfahrung ausgegeben und der Nebenjob in der Pizzeria als „Leitung der Gastronomie“? Auch wenn die meisten Bewerber in ihren Unterlagen nicht bewusst lügen, so schießen doch einige in der Darstellung ihrer Qualifikationen über das Ziel hinaus und verlieren spätestens im Gespräch ihre Glaubwürdigkeit. Vermeiden Sie dies von Anfang an. Auch bei korrekten Lebensläufen sollten Sie sich vorher noch einmal detailliert mit all Ihren Angaben auseinandersetzen, um mögliche Nachfragen kompetent beantworten zu können.
 

4. Schlechte Selbstpräsentation

Wer auf Fragen zu beruflichen Erfolgen, persönlichen Stärken und Schwächen oder zur Motivation keine Antworten findet, der gilt nicht nur als schlecht vorbereitet, sondern auch als unqualifiziert. Bewerber, die auf Nachfrage zu Lücken oder Besonderheiten im Lebenslauf hin nervös werden, bringen sich in eine schlechte Ausgangsposition für das weitere Gespräch. Sie müssen in der Lage sein, sich und Ihren Werdegang flüssig und strukturiert zu präsentieren – und das bedeutet nicht, dass Sie nur die Fakten aus Ihrem Leben aufzählen!

Deshalb sollten Sie niemals unvorbereitet in ein Vorstellungsgespräch gehen, denn kritische Situationen kann man souverän meistern, wenn man sich im Vorfeld darauf einstellt und mögliche Antworten parat hat. Eine Kurzpräsentation zu Ihrer Person inklusive Beispiele für berufliche Erfolge sollten Sie im Kreise Ihrer Freunde vorher üben. Aber Vorsicht: Üben heißt nicht, Ihre Antworten auswendig zu lernen.
 

5. Keine eigenen Fragen stellen

Bewerber zeigen Interesse, wenn auch Sie Fragen an das Unternehmen richten. In der Regel werden Sie gegen Ende des Gespräches dazu befragt. Leider ist es oft so, dass Kandidaten zu diesem Zeitpunkt nichts adäquates einfällt. Bereiten Sie deshalb mögliche Fragen vor, versteifen Sie sich aber nicht darauf. Es zeichnet Sie als guten Zuhörer aus, wenn Sie Dinge vertiefen wollen, die im Gespräch angesprochen wurden. Wiederholen Sie aber keinesfalls unnötigerweise bereits Gesagtes. Auch sollten Ihre Fragen möglichst inhaltlicher Natur sein. Wer nur wissen möchte, ob es eine Kantine gibt, oder ob häufig Überstunden geleistet werden, hinterlässt garantiert keinen optimalen Eindruck.

Absolute Tabus sind Fragen wie „Steht in naher Zukunft ein Personalabbau an?“ oder „Wie schnell kann ich Chef werden?". Bestenfalls bringen Sie Ihren Gegenüber mit solchen Fragen in Verlegenheit – schlimmstenfalls führen sie zu echter Verärgerung.

Übrigens sollten Sie Fragen zum Gehalt und zu Sonderkonditionen normalerweise nicht von sich aus stellen. In den meisten Fällen wird das Thema vom Unternehmen aufgegriffen. Sollte aber weder in der Bewerbung noch in einem vorherigen Gespräch ein Gehaltsrahmen abgestimmt worden sein, können Sie die beiderseitigen Gehaltsvorstellungen mit der gebotenen Sensibilität ruhig ansprechen. Genaue Konditionen und Gehaltsdetails sind aber auf jeden Fall Dinge, die erst zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Bewerbungsprozesses und des gegenseitigen Kennenlernens thematisiert werden sollten.
 

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